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Pädagogische Eckpfeiler

1. Autonomes Lernen

Grossen Wert legen wir auf die Erziehung zur Lernerautonomie, die besonders im Hinblick auf ein lebenslanges Lernen von grossem Nutzen ist. Die Lernenden erarbeiten sich laufend neue Arbeits- und Lerntechniken. Sie lernen Strategien kennen, die bewusst und gezielt eingesetzt, das Lernen erleichtern. Dies ist nötig, denn die Schülerinnen und Schüler arbeiten in den Hauptfächern grösstenteils nach individuellen Lernplänen. Dies bedeutet: Statt dass alle Schülerinnen und Schüler zur selben Zeit dasselbe tun, suchen die Lehrkräfte lernorganisatorische Möglichkeiten, um die Schülerinnen und Schüler ihren spezifischen Voraussetzungen gemäss zu fordern und zu fördern. Das Ausmass der individuellen Differenzierung kann recht unterschiedlich ausfallen; je nach Möglichkeit des einzelnen Lernenden. Durch die Gelegenheit zur freien Zeiteinteilung finden die Schülerinnen und Schüler leichter ihren individuellen Arbeitsrhythmus. Sie können sich genau die Lernzeit nehmen, die sie für die Aufgabenbearbeitung brauchen und lernen so, ihren Arbeitsprozess selber zu organisieren.

Wichtig ist, dass sich die Lernenden an den Zielen und nicht an den Aufgaben orientieren: Die Schülerinnen und Schüler dürfen nur dann im Stoff weiterfahren, wenn sie das vorgegebene Lernziel erreicht haben. Die Menge der Aufgaben, die bearbeitet werden müssen, sind u.a. von der Zielerreichung abhängig. Wer das gesetzte Lernziel noch nicht erreicht hat, muss in besagtem Stoffgebiet weiterarbeiten. Individuell abrufbare Lernzielkontrollen dienen den Lernenden und der Lehrperson dazu, den jeweiligen Leistungsstand einzuschätzen.

Durch das Delegieren von Verantwortung wird das Vertrauensverhältnis zwischen Lernenden und Lehrenden gestärkt. Durch den Lernplan entsteht eine vertragsähnliche Situation, in der die Lernenden herausgefordert sind, die zugestandenen Freiräume sinnvoll und verantwortungsvoll zu nutzen.

Ein ebenfalls wichtiger Bestandteil der individuellen Lernplanarbeit ist die Metakognition, also das Nachdenken über das eigene Lernen. Die Schülerinnen und Schüler sind aufgefordert, am Ende einer Wochenplanarbeit sich Rechenschaft über das eigene methodische Vorgehen abzulegen, um daraus für das weitere Vorgehen zu lernen. Ausserdem schreiben die Lernenden Wochen- und Quartalsrückblicke, in welchen sie Fortschritte und Misserfolge festhalten, analysieren und nach neuen Wegen suchen. Sie setzen sich Ziele und überprüfen diese auf ihre Erreichbarkeit (Lernjournal, Portfolios).


2. Individualisierung/Binnendifferenzierung

Die Schülerinnen und Schüler arbeiten mit Lernprogrammen, welche die K&S Lehrkräfte auf der Grundlage der verschiedenen Lehrmittel entwickelt haben. Es werden darin alle Formen der Differenzierung berücksichtigt und in grösstmöglicher Methodenvielfalt umgesetzt.


2.1 Differenzierung nach Lernzielen

Nicht jeder Lernende wird in jedem Bereich dauerhafte und komplexe Kenntnisse und Fertigkeiten erwerben. Die Schülerinnen und Schüler haben die Möglichkeit, die Themenerarbeitung in drei Anforderungsbereichen (g, m, e) zu erfüllen. Bestimmende Faktoren sind nebst den kognitiven Fähigkeiten das Interesse und der Wille zur Leistungsbereitschaft.


2.2 Zeitliche Differenzierung

Die Lernenden bestimmen ihr Arbeitstempo weitgehend mit. Sie werden dabei von den Lehrpersonen begleitet und unterstützt. Die Anforderungen werden demgemäss den Fähigkeiten der Lernenden angepasst.
Aufgrund der individuellen Stoffpläne bewegen sich die Lernenden in unterschiedlichsten Themen. Manchmal werden mit einem Lernenden gewisse Lernziele übersprungen, weil beispielsweise die kognitiven Voraussetzungen noch nicht gegeben sind. Das Lernziel wird dann unter Umständen zu einem späteren Zeitpunkt nachgeholt.


2.3 Inhaltliche Differenzierung

Nicht jeder Lernende arbeitet am selben Thema. Je nach Begabung, Neigung und persönlichen Zielen streben die Schülerinnen und Schüler verschiedenartige Kenntnisse und Fertigkeiten an.


2.4 Methodische Differenzierung

Dem individuellen Lerntyp gemäss, müssen für ein wirkungsvolles Lernen die Arbeitsweise, die Unterrichtsmethodik, der Einsatz von Medien und die Sozialform stark abwechseln.
Dieser Form der Differenzierung tragen wir in unserem individualisierten Unterricht am wenigsten Rechung; die Lernprogramme kommen vornehmlich dem visuellen Lerntyp entgegen.
Dieser Einseitigkeit wirken wir in den Nachmittagsstunden, im Gruppen- und Klassenunterricht entgegen, indem hier erweiterte Lernformen zur Anwendung kommen.


3. Herausforderung 9. Schuljahr

Im Laufe des 8. Schuljahres erstellen die Lehrpersonen gemeinsam mit dem Lernenden und in Absprache mit dessen Eltern und dem ausserschulischen Bereich einen schulischen Karriereplan. Dieser entwirft Szenarien nach der obligatorischen Schulzeit, wenn die Rahmenbedingungen für eine schulisch-sportliche Koordination nicht mehr optimal gegeben sind.
Im 9. Schuljahr werden die Jugendlichen ihren persönlichen und beruflichen Bedürfnissen entsprechend noch gezielter gefördert. Dies bedeutet, dass sie je nach beruflicher Ausrichtung in einzelnen Fächern intensiver arbeiten, als dies der Lehrplan vorschreibt, in anderen dafür reduzieren. Ein angehender Hochbauzeichner reduziert Französisch zugunsten von Mathematik und Geometrie und setzt sich zusätzlich mit technischem Zeichnen auseinander.


4. Gemeinschaftsbildung, soziales Lernen, Projektunterricht

Nebst der Aneignung von Fachwissen und dem Erlernen von Lernstrategien, Lernmethoden und Arbeitstechniken sollen die Lernenden zu gesellschaftlich verantwortungsbewussten Menschen heranwachsen. In vielen Bereichen wird die K&S von den ausserschulischen Betätigungsfeldern unterstützt. So lernen beispielsweise Mannschaftssportler und Mann-schaftssportlerinnen sich in eine Gemeinschaft einzugliedern und in Konfliktsituationen faire und gerechte Lösungen anzustreben. Eine Lektion pro Woche ist reserviert, um Wochenziele, Aktivitäten und aktuelle Vorkomm-nisse zu besprechen.
Gemeinsame Anlässe wie Winter- und Sommerlager, Projektwochen verfolgen ebenfalls gemeinschaftsbildende Ziele.
Einige Sportpartner reduzieren die Trainings während 10 Wochen. Dadurch erhalten die Schülerinnen und Schüler 50 Lektionen mehr Schulpräsenz innerhalb eines Jahres.


5. Förderung von Schlüsselqualifikationen

Wir sind überzeugt, dass wir mit unseren pädagogischen Eckpfeilern, die ungleichen Schüler und Schülerinnen spezifisch fordern und fördern. Wir initiieren Selbsttätigkeit, ermöglichen Selbständigkeit, verlangen Selbstreflexion, begünstigen die Teamfähigkeit, lassen die Selbstkompetenz entfalten und erweitern zu guter Letzt die Methodenkompetenz. Wir schulen somit Schlüsselqualifikationen, die in der heutigen Arbeitswelt aber auch im Profisport unabdingbar sind.



Zürich, August 2010